Lymphödem

Ein Ödem ist eine sicht- und tastbare Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe. Ödeme können überall am Körper auftreten. Je nach ihrer Zusammensetzung unterscheiden wir zwei Arten von Ödemen:

Proteinarme Ödeme

Diese sind die weitaus häufigsten Ödeme. Sie sind aber keine Krankheit (keine Diagnose!) sondern Symptome einer Grunderkrankung. Auslöser von eiweißarmen Ödemen können organische Schwächen (Herz, Leber, Niere etc.) sein, aber auch Allergien, Medikamente, Entzündungen, Stoffwechsel-Erkrankungen, Mangelernährung (Hungerödem), Gefäßerkrankungen oder zahlreiche andere Ursachen.

Proteinarme Ödeme können mit Diuretika („Wassertabletten“) ausgeschwemmt werden. Die eigentliche Behandlung proteinarmer Ödeme ist aber die Therapie der Grunderkrankung, die das Ödem ausgelöst hat.

Proteinreiche Ödeme = Lymphödeme

Das Lymphödem ist kein Symptom einer Krankheit. Sie ist vielmehr eine Diagnose, also eine „echte“ Erkrankung. Verursacht wird das Lymphödem durch eine „mechanische Insuffizienz“ der Lymphgefäße. Damit bezeichnet man einen Zustand, bei dem das Lymphgefäßsystem nicht (mehr) in der Lage ist, die im Gewebe anfallende „lymphpflichtige Last“ (Flüssigkeit, Eiweiß, Stoffwechselprodukte, Zellbestandteile etc.) aufzunehmen und dem Blutkreislauf zuzuführen. Lymphödeme können an den Gliedmaßen, im Kopf-Hals-Bereich, am Rumpf oder den Genitalien auftreten.

Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die sich, wenn nicht richtig behandelt, mit der Zeit verschlimmert („Progredienz“). Seit wenigen Jahren können Lymphödeme in bestimmten Fällen durch Transplantation von körpereigenen Lymphgefäßen („autologe Transplantation“) geheilt werden. In der Regel bedürfen Lymphödeme jedoch einer lebenslangen Behandlung. Damit kann ihre Progredienz verlangsamt oder gestoppt werden. Bei bedarfsgerechter Behandlung kann das Ödem in einen besseren Zustand geführt werden, im Idealfall sogar bis in das Stadium 0 (siehe unten). Dann lässt sich zwar die eingeschränkte Transportkapazität des Lymphgefäßsystems diagnostisch nachweisen, doch es sind keine klinischen Befunde vorhanden.

Wird jedoch die Behandlung abgebrochen, tritt unweigerlich eine Zunahme des Ödems ein und es kann zu wiederholten („rezidivierenden“) Infektionen wie die gefürchtete Wundrose (Erysipel) kommen. Diese schädigen die Lymphgefäße zusätzlich und es kommt zu einem Teufelskreis aus Ödemverschlimmerung-Erysipel-Ödemverschlimmerung-Erysipel… Dann treten auch zahlreiche Folgeerkrankungen auf, die die körperliche Funktionsfähigkeit bis hin zur Invalidität beeinträchtigen können.

Das primäre Lymphödem entsteht, wenn die mechanische Insuffizienz des Lymphgefäßsystems durch eine angeborene (also „primäre“) Minder- oder Fehlanlage von Lymphgefäßen oder Lymphknoten verursacht wird. Etwa ein Drittel aller Lymphödeme in unseren Breiten sind primär. Selten sind sie bereits ab der Geburt manifest. Meist treten sie bei Wachstumsschüben, während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder aufgrund anderer auslösenden Faktoren (Entzündungen, Verletzungen etc.) auf.

Beim sekundären Lymphödem ist die mechanische Insuffizienz des Lymphgefäßsystems durch eine „erworbene“ Schädigung oder den Verlust von Lymphgefäßen oder Lymphknoten verursacht. In unseren Breiten sind die Ursachen dafür meist Operationen und Bestrahlungen im Rahmen einer Krebstherapie, Verletzungen aller Art oder Entzündungen. Aber auch hochgradige Adipositas (Fettleibigkeit) oder Abschnürungen durch Selbstverstümmelung (wegen Rentenwunsch oder psychischen Störungen) oder Tumoren (auch gutartige!) können dafür verantwortlich sein. In den Tropen weit verbreitet ist die Lymphatische Filiariasis, eine durch von Insekten übertragene Fadenwürmer verursachte Schädigung des Lymphgefäßsystems, das zu gigantischen Lymphödemen („Elephantiasis“) führt. Über 120 Millionen (!) Menschen sollen weltweit davon betroffen sein.

Das maligne (bösartige) Lymphödem ist die schwerste Form des Lymphödems. Bei den malignen Lymphödemen muss unterschieden werden zwischen denen, die durch Metastasen in Lymphknoten ausgelöst wurden und solchen, die ursprünglich gutartige Lymphödeme waren und erst nachträglich durch Metastasierung bösartig wurden und sich dadurch erheblich verschlimmerten.

Wichtiger Hinweis: Bei jedem Lymphödem, das nicht bereits seit Geburt manifest ist, also erst später auftritt, kann die Diagnose „gutartig“ nur durch Ausschluss einer bösartigen Form gestellt werden.


Abhängig vom Schweregrad teilen wir das Ödem
in vier Stadien ein:


Lymphödem Stadium 0
Es besteht ein primärer oder sekundärer Defekt an den Lymphgefäßen und/oder -knoten, wobei noch kein Ödem besteht. Die Transportkapazität ist zwar herabgesetzt, kann aber die anfallende lymphpflichtige Last vollständig abtransportieren, so dass kein Ödem entsteht.

Lymphödem Stadium 1
Das Ödem tritt erst nachmittags oder abends auf. Bei Hochlagerung der betroffenen Extremität bzw. Bettruhe verschwindet es. Das Ödem ist von weicher Konsistenz und ist leicht eindrückbar.

Lymphödem Stadium 2
Das Lymphödem verschwindet nicht durch Liegen und Hochlagern. Es bestehen bereits Verhärtungen (Fibrosen). Dadurch ist die Haut fest, derb und nur wenig eindrückbar.

Lymphödem Stadium 3
Neben der massiven Schwellung bestehen erhebliche Hautveränderungen wie Papillomatose, Zysten, Fisteln, Lymphozelen und Verhärtungen bis hin gigantischen Formen („Elephantiasis“).


Zur Behandlung des Lymphödems kommt die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) zum Einsatz, die ggf. durch erweiterte Maßnahmen ergänzt werden kann. In der Lympho-Opt werden schwerpunktmäßig folgende Lymphödeme behandelt:

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Infos (pdf)
Primäres Lymphödem Stadium 1

Primäres Lymphödem
Stadium I

Primäres Lymphödem Stadium 3

Primäres Lymphödem
Stadium III

Sekundäres Lymphödem Stadium 1

Sekundäres Lymphödem
Stadium I

Sekundäres Lymphödem Stadium 3

Sekundäres Lymphödem
Stadium III

Krankheiten, die in der Lympho-Opt behandelt werden

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